Fastensuppe: Tradition in Österreich und einfache Rezepte
Kurz gesagt
- Die Fastensuppe gehört in Österreich zur Tradition der Fastenzeit vor Ostern: einfache, bescheidene Mahlzeiten, oft als gemeinsames Fastenessen in der Pfarre.
- Die Aktion Familienfasttag der Katholischen Frauenbewegung verbindet Suppenessen mit Spenden für Frauenprojekte im Globalen Süden.
- Stückige Gemüse- und Linsensuppen sind Mahlzeiten und unterscheiden sich von der abgeseihten Brühe beim Buchinger-Heilfasten, die laut ÖGE mit meist 200 bis 500 kcal pro Tag auskommt.
- Vor einer Fastenkur sollte ärztlich abgeklärt werden, ob sie sinnvoll ist; Schwangere, Stillende und Menschen mit Essstörungen sollten nicht fasten.
Eine Fastensuppe ist in Österreich traditionell eine einfache Mahlzeit in der christlichen Fastenzeit vor Ostern. Bei der Aktion Familienfasttag verbindet sie ein gemeinsames Essen mit Solidarität und Spenden. Für Ihren Alltag finden Sie hier drei Grundrezepte für vier Personen: klare Gemüsebrühe, Erdäpfel-Wurzelsuppe und Linsensuppe.
Was sollten Sie vor dem Kochen und Fasten beachten?
Eine Suppe als Mahlzeit unterscheidet sich grundlegend von einer mehrtägigen Fastenkur. Die folgenden Rezepte sind alltagstaugliche Küchenbeispiele, kein Plan für mehrtägigen Nahrungsverzicht. Eine klare Gemüsebrühe ist keine vollständige Mahlzeit: Beim Buchinger-Heilfasten, das auf Brühe, Säften und Tee beruht, liegt die Energiezufuhr laut ÖGE meist bei 200 bis 500 kcal pro Tag.
Vor einer geplanten Fastenkur sollte laut Gesundheitsportal ärztlich abgeklärt werden, ob sie sinnvoll ist; bestimmte Medikamente müssen unter Umständen anders dosiert werden. Verändern Sie verordnete Medikamente keinesfalls eigenmächtig. Beim Fasten steigt laut Österreichischer Apotheker-Zeitung die Harnsäure im Blut, bei Gicht kann das Anfälle auslösen.
Laut Gesundheitsportal ist Fasten für Schwangere und Stillende, untergewichtige Menschen, Kinder und Jugendliche, ältere Menschen sowie bei Essstörungen sowie Leber- oder Nierenerkrankungen nicht geeignet. Diese Einschränkungen gelten für den bewussten Nahrungsverzicht, nicht für eine gewöhnliche Gemüsemahlzeit.
Längerer Nahrungsverzicht kann laut Gesundheitsportal zu Kreislaufproblemen, Muskelkrämpfen und Herzrhythmusstörungen führen. Beenden Sie eine Nahrungseinschränkung bei solchen Beschwerden oder bei Schwindel und holen Sie ärztlichen Rat. In einem Notfall rufen Sie in Österreich die Rettung unter 144.
Woher kommt die Fastensuppe?
Die Tradition der Fastensuppe in Pfarren hat laut Diözese Linz ihren Ursprung in der Fastenzeit von Aschermittwoch bis Ostern. Die Fastenzeit zählt 46 Tage, gefastet wird traditionell an 40 Tagen, die Sonntage sind ausgenommen. Die Fastensuppe soll einfache und bescheidene Mahlzeiten ermöglichen, die dennoch nahrhaft sind.
Ein Melker Stiftskochbuch von 1835 führt 391 seiner 676 Rezepte als Fastenspeisen, darunter Fisch-, Gemüse- und Mehlspeisen sowie eine Erbsensuppe mit Fisch. Diese Fastenspeisen zielten laut Stift Melk nicht auf Kalorienreduktion, sondern auf den Verzicht auf bestimmte Zutaten. Historische Speisepläne sind keine heutige medizinische Ernährungsempfehlung.
In Pfarren gibt es etwa Gemüse- und Nudelsuppe oder Erdäpfelsuppe mit Majoran. Ein einziges verbindliches Fastensuppenrezept gibt es nach diesen Beispielen nicht. Die Termine der Fasttage finden Sie in der Übersicht zur Fastenzeit 2027 mit Aschermittwoch und Ostern.
Was ist der Familienfasttag?
Die Katholische Frauenbewegung engagiert sich laut eigener Angabe seit 1958 mit der Aktion Familienfasttag für Frauen im Globalen Süden. Die Fastensuppe ist laut Erzdiözese Wien das zentrale Element, der Erlös der Suppenessen kommt Frauenprojekten in Afrika, Asien und Lateinamerika zugute.
Die Suppenessen werden vor allem in den Pfarren von ehrenamtlichen Helferinnen getragen; in manchen Pfarren gibt es einen Suppensonntag in der Fastenzeit.
Im Zentrum steht laut der Katholischen Frauenbewegung das Teilen als Zeichen gelebter Solidarität. Das gemeinsame Suppenessen verfolgt keinen therapeutischen Zweck.
Welche Suppen passen in die Fastenzeit?
Für eine Mahlzeit im Alltag passen Erdäpfel-, Wurzelgemüse- oder Linsensuppen zur Fastentradition. Gemüse und Einlagen bleiben dabei vollständig im Teller. Weitere Anregungen für den Speiseplan bietet die Sammlung mit basenbetonten Rezepten und klaren Mengenangaben.
Davon unterscheidet sich die abgeseihte Brühe beim Buchinger-Heilfasten, einer begleiteten Fastenform mit stark reduzierter Energiezufuhr; laut Österreichischer Apotheker-Zeitung wird dabei auf feste Nahrung verzichtet. Eine Mahlzeitensuppe lässt sich nicht gegen eine Fastenbrühe austauschen.
Gesichert ist, welche Gegenanzeigen die Leitlinie der Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung für eine Fastentherapie nennt, etwa Schwangerschaft, Stillzeit und Anorexia nervosa.
Begrenzt ist die Evidenz für Heileffekte des Fastens: Die große Studie von 2019 mit 1.422 Personen war eine Beobachtungsstudie in einer Fastenklinik. Eine Gesundheitswirkung einzelner Suppenrezepte lässt sich daraus nicht ableiten.
Unbelegt sind Behauptungen über Entschlacken, Entgiften oder Entsäuern; dafür gibt es laut Gesundheitsportal keine wissenschaftlichen Belege. Den Blut-pH regulieren Puffersysteme, Lunge und Nieren. Linsen werden hier nicht als basisch bezeichnet, weil PRAL-Werte weder Ernährungsqualität noch gesundheitlichen Nutzen belegen.
Wie kochen Sie eine einfache Fastensuppe für vier Personen?
Die folgenden drei Grundrezepte bieten alltagstaugliche Kochanleitungen für vier Personen. Sie sind einfache Küchenbeispiele und keine vollständigen Fastenpläne. Die Brühe ist eine klare Suppe, die beiden sämigen Varianten sind reguläre Mahlzeiten.
Klare Gemüsebrühe
Zutaten für vier Personen: 300 g Karotten, 250 g Knollensellerie, eine Stange Lauch mit etwa 150 g, eine Zwiebel mit sauberer Schale, 100 g Petersilienwurzel oder Pastinake, zwei Lorbeerblätter, vier Pfefferkörner, ein Zweig Thymian und zwei Liter Wasser.
- Waschen Sie das Gemüse gründlich, würfeln Sie es grob und halbieren Sie die ungeschälte Zwiebel.
- Setzen Sie die Zutaten mit kaltem Wasser und den Gewürzen auf. Verwenden Sie weder Öl noch Salz.
- Lassen Sie die Brühe zugedeckt 60 Minuten sanft köcheln.
- Gießen Sie die Suppe durch ein feines Sieb ab. Entfernen Sie alle festen Bestandteile, ohne das Gemüse auszupressen.
Die Brühe ist ein Küchenbeispiel ohne Salz und Öl und keine Empfehlung für eine mehrtägige Fastenkur.
Österreichische Erdäpfel-Wurzelsuppe
Zutaten für vier Personen: 500 g Erdäpfel, 200 g Karotten, 150 g gelbe Rüben oder Pastinaken, eine kleine Stange Lauch, eine mittelgroße Zwiebel, ein Esslöffel Rapsöl und 1,2 Liter ungesalzene Gemüsebrühe oder Wasser. Dazu kommen ein Teelöffel Majoran, eine Prise gemahlener Kümmel, ein Lorbeerblatt, Salz, Pfeffer und etwas frischer Schnittlauch.
- Schneiden Sie geschälte Erdäpfel und Wurzelgemüse in kleine Würfel, den Lauch in Ringe und die Zwiebel fein.
- Dünsten Sie die Zwiebel im Rapsöl an. Geben Sie Wurzelgemüse und Lauch kurz dazu.
- Fügen Sie Flüssigkeit, Erdäpfel und Gewürze bei. Lassen Sie alles 20 bis 25 Minuten köcheln.
- Entfernen Sie das Lorbeerblatt. Pürieren Sie ein Viertel der Suppe für die Bindung und würzen Sie mit Kräutern.
Gemüse-Linsensuppe mit Kräutern
Zutaten für vier Personen: 150 g rote Linsen, eine Fenchelknolle, zwei Karotten, ein Zucchino mit etwa 200 g, eine Knoblauchzehe und ein Zentimeter Ingwer. Zudem benötigen Sie 1,2 Liter Wasser, je einen halben Teelöffel Kurkuma und Kreuzkümmel, einen Esslöffel Olivenöl sowie einen Bund Petersilie.
- Waschen Sie die Linsen kalt ab. Zerkleinern Sie das Gemüse, den Knoblauch und den Ingwer.
- Erwärmen Sie Knoblauch und Ingwer kurz im Topf und rühren Sie die gemahlenen Gewürze 30 Sekunden ein.
- Geben Sie Gemüse und Wasser dazu und kochen Sie alles auf.
- Fügen Sie die Linsen hinzu und garen Sie die Suppe etwa 15 Minuten, bis die Linsen weich sind.
- Nehmen Sie den Topf vom Herd und rühren Sie das Olivenöl sowie die gehackte Petersilie unter.
Schritt für Schritt
- Suppenart auswählen
Wählen Sie für eine normale Mahlzeit die Erdäpfel- oder Linsensuppe. Eine klare Brühe ersetzt keine ausgewogene Ernährung.
- Zutaten vorbereiten
Richten Sie die angegebenen Zutaten für vier Personen her. Waschen Sie das Gemüse und schneiden Sie es entsprechend dem Rezept.
- Garen und fertigstellen
Beachten Sie die jeweilige Garzeit. Entfernen Sie bei der klaren Brühe alle festen Bestandteile; bei den Mahlzeitensuppen bleiben diese erhalten.
- Keine Suppendiät daraus machen
Verwenden Sie die Mahlzeitensuppen als Teil Ihrer üblichen Ernährung. Beginnen Sie mit dem Brühenrezept keine eigenständige mehrtägige Fastenkur.
Häufige Fragen
Braucht eine Fastensuppe eine Einbrenn?
Nicht zwingend. Beim Erdäpfelrezept dieser Seite entsteht die Bindung, indem Sie einen Teil der Suppe pürieren. Das Rezept der Pfarre Steinerkirchen aus dem Suppensonntag der Diözese Linz bindet dagegen mit einer Einbrenn aus Butter und Mehl. Beides ist möglich.
Sind Linsen bei einer Buchinger-Kur geeignet?
Nein. Als Hauptbestandteile der Fastenkost nennt die ÖGE Gemüsebrühen, Säfte, Kräutertees und Wasser. Die Linsensuppe ist eine Mahlzeit mit festen Bestandteilen. Halten Sie sich während einer begleiteten Kur an den vereinbarten Ernährungsplan.
Muss ich zum Suppenessen einer Pfarre selbst fasten?
Nein. Das gemeinsame Fastenessen steht für Gemeinschaft und soziales Engagement, die Einnahmen gehen oft an ein soziales Projekt. Eine Fastenkur ist dafür keine Voraussetzung.
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Woher wir das wissen
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- Erdäpfelsuppe zum Suppensonntag | Diözese Linz
- Fasten | Gesundheitsportal
- F.X. Mayr | Gesundheitsportal
- Fasten | ÖGE
- Therapeutisches Fasten | Österreichische Apotheker-Zeitung 2023
- Leitlinien zur Fastentherapie 2002 | Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung
- Wilhelmi de Toledo et al., PLOS ONE 2019 (Beobachtungsstudie, 1.422 Personen)
- Wichtige Notrufnummern | Gesundheitsportal
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung oder Behandlung. Bei Erkrankungen, Medikamenteneinnahme, Schwangerschaft, Stillzeit oder Essstörungen sollten Sie nicht auf eigene Faust fasten. Bei gesundheitlichen Fragen erreichen Sie in Österreich die Gesundheitsberatung unter 1450, bei einem medizinischen Notfall die Rettung unter 144 oder den Euronotruf unter 112.