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Heilfasten nach Buchinger: Was dazugehört

Kurz gesagt

  • Buchinger-Heilfasten ist eine Fastenform mit flüssiger Kost aus Gemüsebrühe, Säften, Tee und Honig; die DGE nennt 250 bis 500 kcal pro Tag.
  • Die Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung empfiehlt laut DGE 7 bis 10 Fastentage mit einem Vorbereitungstag davor und drei Tagen Kostaufbau danach.
  • Schwangere und Stillende, Kinder, Menschen mit Untergewicht, Essstörungen, Typ-1-Diabetes oder Nieren- und Lebererkrankungen sollen laut gesundheit.gv.at nicht fasten.
  • Für eine dauerhafte Gewichtsabnahme ist Heilfasten laut DGE nur bedingt zu empfehlen; es kann aber der Einstieg in eine Ernährungsumstellung sein.

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19. Oktober 2026 bis 26. Oktober 2026 · 8 Tage

  1. Entlastungstag

    Leichte vegetarische Kost unter ca. 1.000 kcal. Kaffee, Alkohol und Nikotin weglassen.

  2. Fastentag 1

    Gemüsebrühe, Säfte, Honig und Kräutertee, zusammen max. ca. 500 kcal pro Tag.

  3. Fastentag 2

    Viel trinken, Bewegung an der frischen Luft, kein Leistungssport.

  4. Fastentag 3

    Wasser und Kräutertee über den Tag verteilen, warm anziehen, früh schlafen gehen.

  5. Fastentag 4

    Bei Herzklopfen, starkem Schwindel oder Krämpfen abbrechen und ärztlich abklären.

  6. Fastenbrechen

    Letzter Fastentag: reifer Apfel langsam kauen oder Apfelkompott, abends Kartoffelsuppe.

  7. Aufbautag 1

    Leichte vegetarische Kost in kleinen Portionen, ca. 800 kcal.

  8. Aufbautag 2

    Leichte vegetarische Kost in kleinen Portionen, ca. 1 000 kcal.

Ablauf der Fastenwoche für Gesunde laut Leitlinie 2002: 8 Tage = 1 Entlastungstag + 5 Fastentage + 2 Aufbautage (geführt, in Gruppe). Längeres Fasten, Krankheit oder Medikamente nur mit ärztlicher Begleitung. Quelle: Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung, Leitlinien zur Fastentherapie 2002 (aerztegesellschaft-heilfasten.de)

EntlastungFastenFastenbrechenAufbau
Klare Gemüsebrühe, Kräutertee und ein reifer Apfel auf dem Küchentisch
Klare Gemüsebrühe, Kräutertee und ein reifer Apfel auf dem Küchentisch

Das Heilfasten in seiner heutigen Form geht laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) auf den Arzt Otto Buchinger zurück. Gefastet wird nicht mit Wasser allein, sondern mit wenig Energie in flüssiger Form: Gemüsebrühe, Obst- und Gemüsesäfte, Tee und etwas Honig. Diese Seite zeigt, wie eine Buchinger-Fastenwoche abläuft, worauf Sie achten müssen und für wen sie nicht geeignet ist.

Für wen Heilfasten nicht geeignet ist

Bevor Sie planen: Fasten ist nicht für alle. Das österreichische Gesundheitsportal gesundheit.gv.at nennt als nicht geeignet Kinder und Jugendliche, Schwangere und Stillende, ältere Menschen, Menschen mit Untergewicht, mit Typ-1-Diabetes oder Diabetes in der Schwangerschaft, mit Leber- oder Nierenerkrankungen und mit Essstörungen.

Die Leitlinie der Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung von 2002 führt außerdem Erkrankungen an, bei denen nur erfahrene Fastenärztinnen und Fastenärzte begleiten sollen, etwa Suchterkrankungen, Psychosen, bösartige Erkrankungen oder eine fortgeschrittene koronare Herzerkrankung. Wer regelmäßig Medikamente nimmt, etwa gegen Bluthochdruck, bespricht die Fastenwoche vorher mit der Ärztin oder dem Arzt, weil sich die Dosis während des Fastens ändern kann.

Wie viel Energie eine Fastenwoche liefert

Beim Buchinger-Fasten nehmen Sie sehr wenig Energie zu sich. Die DGE nennt als Obergrenze 250 bis 500 kcal pro Tag, die ÖGE spricht von meist 200 bis 500 kcal. Die Leitlinie von 2002 setzt die Grenze bei etwa 500 kcal pro Tag, einschließlich Brühe, Säften und Honig. In einer großen Beobachtungsstudie mit 1422 Teilnehmenden lag die Zufuhr bei 200 bis 250 kcal.

Dazu trinken Sie viel: Wasser und Kräutertee über den ganzen Tag.

Der Ablauf Tag für Tag

Eine Buchinger-Fastenwoche hat drei Teile. Der Entlastungstag bereitet den Körper vor: Laut DGE beginnt das traditionelle Heilfasten am Vortag mit etwa 1000 kcal, leicht und vegetarisch, ohne Kaffee, Alkohol und Nikotin.

Dann folgen die Fastentage. Die Ärztegesellschaft empfiehlt laut DGE eine Standarddauer von 7 bis 10 Tagen. Für Gesunde, die in einer Gruppe fasten, beschreibt die Leitlinie von 2002 auch eine kürzere Fastenwoche aus einem Entlastungstag, fünf Fastentagen und zwei Aufbautagen. Ein typischer Fastentag: morgens Kräutertee, mittags eine klare Gemüsebrühe, nachmittags ein verdünnter Saft, abends wieder Brühe oder Tee.

Am Ende steht das Fastenbrechen. Die Leitlinie beschreibt es am letzten Fastentag: einen reifen Apfel langsam kauen oder Apfelkompott, abends eine Kartoffelsuppe. Danach kommen die Aufbautage. Laut DGE steigt die Energiezufuhr am ersten Tag auf etwa 800 kcal, am zweiten auf 1000, am dritten auf 1200 und am vierten auf 1600 kcal, mit leichter, ballaststoffreicher Kost.

Im Planer oben sehen Sie, wie sich Entlastungstag, Fastentage und Aufbautage auf Ihren Kalender verteilen.

Warnzeichen: wann Sie abbrechen

Fasten ist eine Belastung für den Kreislauf. Das Gesundheitsportal gesundheit.gv.at warnt, dass längerer Nahrungsverzicht zu Kreislaufproblemen, Muskelkrämpfen, Herzrhythmusstörungen und Verlust von Muskelmasse führen kann, und empfiehlt Fastenkuren unter ärztlicher Aufsicht. Brechen Sie das Fasten ab und holen Sie ärztliche Hilfe, wenn Sie Herzklopfen, Schwindel bis zur Ohnmacht oder Krämpfe bemerken. Wer Medikamente nimmt, klärt vorher ab, ob die Dosis angepasst werden muss: Darauf weist gesundheit.gv.at ausdrücklich hin.

Was die Studien zeigen

Die meisten Daten zum Heilfasten stammen aus Kliniken und Beobachtungsstudien, nicht aus randomisierten Vergleichsstudien. Die DGE hält Heilfasten für eine dauerhafte Gewichtsabnahme nur bedingt für empfehlenswert, sieht es aber als möglichen Einstieg in eine Ernährungsumstellung. Wer nach der Fastenwoche zu den alten Gewohnheiten zurückkehrt, verliert den Effekt meist wieder.

Nach der Fastenwoche

Nutzen Sie die Aufbautage, um neue Gewohnheiten zu beginnen: mehr Gemüse, langsamer essen, weniger Zucker und Alkohol. Wenn Sie lieber im Alltag fasten möchten, ist Intervallfasten eine Form, die ohne Fastenwoche auskommt. Wie die Tage danach aussehen, lesen Sie unter Fastenbrechen und Aufbautage.

Schritt für Schritt

  1. Ärztlich abklären

    Sprechen Sie vor der ersten Fastenwoche mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt, besonders wenn Sie Medikamente nehmen oder eine chronische Erkrankung haben.

  2. Termin planen

    Wählen Sie eine ruhige Woche ohne große Termine, Prüfungen oder Reisen und rechnen Sie die Aufbautage mit ein.

  3. Entlastungstag einhalten

    Essen Sie am Tag vor dem Fasten leicht und vegetarisch, laut Leitlinie unter etwa 1.000 kcal, und lassen Sie Kaffee, Alkohol und Nikotin weg.

  4. Fastentage strukturieren

    Morgens Tee, mittags Gemüsebrühe, nachmittags verdünnter Saft, über den Tag viel Wasser und Kräutertee; dazu Bewegung an der frischen Luft.

  5. Fasten langsam brechen

    Am letzten Fastentag einen reifen Apfel langsam kauen oder Apfelkompott essen, abends eine Kartoffelsuppe.

  6. Aufbautage nicht abkürzen

    Steigern Sie die Kost über die Aufbautage schrittweise mit leichter, ballaststoffreicher Kost, statt sofort wieder normal zu essen.

Häufige Fragen

Darf ich bei Buchinger-Fasten Kaffee trinken?

Die Leitlinie sieht am Entlastungstag vor, Genussmittel wie Kaffee, Alkohol und Nikotin wegzulassen; in den Fastentagen stehen Wasser, Kräutertee, Brühe und Säfte auf dem Plan.

Kann ich Buchinger-Fasten zu Hause machen?

Gesunde Erwachsene können eine Fastenwoche zu Hause machen, wenn sie vorher ärztlich abklären, ob nichts dagegen spricht. Die DGE weist darauf hin, dass die Fastentherapie laut Leitlinien am besten in einer Gruppe unter ärztlicher Betreuung erfolgt. Längere Fastenperioden gehören in fachliche Begleitung.

Wie viel nehme ich in einer Fastenwoche ab?

Eine verlässliche Zahl gibt es nicht, ein Teil des Gewichtsverlusts ist Wasser. Für eine dauerhafte Gewichtsabnahme ist Heilfasten laut DGE nur bedingt zu empfehlen. Entscheidend ist, wie Sie nach der Fastenwoche essen.

Weiterlesen

Woher wir das wissen

  1. DGE, Heilfasten
  2. ÖGE, Fasten
  3. Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung, Leitlinien zur Fastentherapie (2002)
  4. gesundheit.gv.at, Fasten: Was ist dran?
  5. gesundheit.gv.at, F.X. Mayr-Kur (Risiken des Fastens)
  6. Wilhelmi de Toledo F et al., Safety, health improvement and well-being during a 4 to 21-day fasting period, PLoS One 2019

Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung oder Behandlung. Bei Erkrankungen, Medikamenteneinnahme, Schwangerschaft, Stillzeit oder Essstörungen sollten Sie nicht auf eigene Faust fasten. Bei gesundheitlichen Fragen erreichen Sie in Österreich die Gesundheitsberatung unter 1450, bei einem medizinischen Notfall die Rettung unter 144 oder den Euronotruf unter 112.